{"id":994,"date":"2023-05-16T15:28:07","date_gmt":"2023-05-16T15:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/begutachtungsentwurf-zum-abgabenanderungsgesetz-2023\/"},"modified":"2023-05-19T11:23:36","modified_gmt":"2023-05-19T11:23:36","slug":"begutachtungsentwurf-zum-abgabenanderungsgesetz-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/begutachtungsentwurf-zum-abgabenanderungsgesetz-2023\/","title":{"rendered":"Begutachtungsentwurf zum Abgaben\u00e4nderungsgesetz 2023"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich wurde der Ministerialentwurf zum Abgaben\u00e4nderungsgesetz 2023 zur Begutachtung versandt. Nachstehend finden Sie einige steuerliche Eckpunkte des Gesetzesentwurfs zur Vorabinformation.<\/p>\n<p><strong>Steuerliche Erleichterung bei der Entnahme von Betriebsgeb\u00e4uden ins Privatverm\u00f6gen<\/strong><br \/>Angelehnt an die bestehende Regelung zur Entnahme von Grund und Boden wird auch f\u00fcr die Entnahme von Geb\u00e4uden aus dem Betriebsverm\u00f6gen vorgesehen, dass diese zu Buchwerten anstatt zu Teilwerten erfolgt. Dies hat zur Folge, dass es durch die Entnahme <strong>zu keiner Aufdeckung und Versteuerung von stillen Reserven<\/strong> des Geb\u00e4udes kommt. Somit kann auch die Geb\u00e4udebeg\u00fcnstigung bei Betriebsver\u00e4u\u00dferung und -aufgabe entfallen.<\/p>\n<p><strong>Erm\u00f6glichung einer digitalen KESt-Befreiungserkl\u00e4rung<\/strong><br \/>Zum KESt-Abzug Verpflichtete (z.B. Banken) haben bei bestimmten Eink\u00fcnften keine Kapitalertragsteuer (KESt) abzuziehen, wenn der Empf\u00e4nger der Eink\u00fcnfte dem Abzugsverpflichteten schriftlich erkl\u00e4rt, dass diese als Betriebseinnahmen zu erfassen sind (Befreiungserkl\u00e4rung). Die Befreiungserkl\u00e4rung ist bislang vom Abzugsverpflichteten als schriftliche Kopie an das Finanzamt weiterzuleiten. Diese analoge Befreiungserkl\u00e4rung wird nun durch eine <strong>vollelektronische Daten\u00fcbermittlung<\/strong> zwischen den abzugsverpflichteten Banken und der Finanzverwaltung (\u201eDigitale Befreiungserkl\u00e4rung\u201c) ersetzt.<\/p>\n<p><strong>Sicherstellung der Steuerh\u00e4ngigkeit fr\u00fcher \u00fcbertragener stiller Reserven bei Privatstiftungen<\/strong><br \/>F\u00fcr Privatstiftungen besteht die M\u00f6glichkeit der \u00dcbertragung stiller Reserven aus der Ver\u00e4u\u00dferung einer Beteiligung auf eine Ersatzbeteiligung, womit die K\u00fcrzung der Anschaffungskosten der Ersatzbeteiligung einhergeht und damit die Zwischensteuerpflicht bei sp\u00e4terer Ver\u00e4u\u00dferung der Ersatzbeteiligung sichergestellt ist. Verwaltungspraxis und Schrifttum haben dieser Regelung im Hinblick auf Kapitalerh\u00f6hungen bestehender Tochtergesellschaften von Privatstiftungen ein weitergehendes Begriffsverst\u00e4ndnis beigemessen als der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) in einem aktuellen Erkenntnis.<br \/>Vor diesem Hintergrund wird nun die \u00dcbertragung der stillen Reserven f\u00fcr bestimmte Altf\u00e4lle ausdr\u00fccklich geregelt, in denen im Einklang mit der Verwaltungspraxis, jedoch entgegen der Sichtweise des VwGH, eine \u00dcbertragung stiller Reserven erkl\u00e4rt und von einer K\u00fcrzung der Anschaffungskosten der Ersatzbeteiligung ausgegangen wurde. Dies dient der Absicherung der Steuerh\u00e4ngigkeit dieser stillen Reserven im Falle der sp\u00e4teren Ver\u00e4u\u00dferung der Ersatzbeteiligung. Die \u00dcbergangsregelung soll <strong>r\u00fcckwirkend ab der Veranlagung f\u00fcr das Kalenderjahr 2001<\/strong> anzuwenden sein.<\/p>\n<p><strong>Keine Rechnungsberichtigung, wenn Leistung ausschlie\u00dflich an Endverbraucher erbracht wurde<\/strong><br \/>Hat der Unternehmer in einer Rechnung einen Umsatzsteuerbetrag, den er nicht schuldet, ausgewiesen, so schuldet er diesen Betrag auf Grund der Rechnung u.a. dann nicht, wenn keine Gef\u00e4hrdung des Steueraufkommens vorliegt, weil die Leistung ausschlie\u00dflich an private Endverbraucher erbracht wurde. Eine Rechnungsberichtigung ist in diesem Fall nicht erforderlich.<\/p>\n<p><strong>Finanzstrafgesetz: Anhebung der f\u00fcr die gerichtliche Zust\u00e4ndigkeit ma\u00dfgeblichen Wertbetr\u00e4ge und der Verj\u00e4hrungsfristen<\/strong><br \/>Die f\u00fcr die gerichtliche Zust\u00e4ndigkeit ma\u00dfgeblichen Wertbetr\u00e4ge bei Finanzvergehen werden aufgrund von hoher Inflation und zur St\u00e4rkung der Verwaltungsgerichtsbarkeit von \u20ac 100.000 auf \u20ac 150.000 (bei Schmuggel u.\u00e4. von \u20ac 50.000 auf \u20ac 75.000) angehoben. Die Verj\u00e4hrungsfrist soll bei Abgabenbetrug mit einem \u20ac 500.000 \u00fcbersteigenden strafbestimmenden Wertbetrag und bei grenz\u00fcberschreitendem Umsatzsteuerbetrug zuk\u00fcnftig zehn statt f\u00fcnf Jahre betragen.<\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrung einer \u00dcbermittlungsverpflichtung der gesetzlichen SV-Tr\u00e4ger<\/strong><br \/>Um die Inanspruchnahme der Vorteile des Neugr\u00fcndungs-F\u00f6rderungsgesetz (NeuF\u00f6G) durch Scheinunternehmen zu verhindern, sollen zuk\u00fcnftig die gesetzlichen Sozialversicherungstr\u00e4ger die Abgabenbeh\u00f6rden dahingehend informieren, wenn vom Arbeitgeber im Rahmen des NeuF\u00f6G die Befreiung von bestimmten Lohnabgaben und Lohnnebenkosten in Anspruch genommen wird. Diese fr\u00fchzeitige Information ist erforderlich, um etwaige, zu Unrecht in Anspruch genommene Beg\u00fcnstigungen, ehestm\u00f6glich erkennen zu k\u00f6nnen und entsprechende Kontrollhandlungen durchzuf\u00fchren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich wurde der Ministerialentwurf zum Abgaben\u00e4nderungsgesetz 2023 zur Begutachtung versandt. 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