{"id":973,"date":"2023-04-18T11:30:30","date_gmt":"2023-04-18T11:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/zeitpunkt-des-vorsteuerabzugs-bei-einem-sollbesteuerer\/"},"modified":"2023-04-25T13:00:03","modified_gmt":"2023-04-25T13:00:03","slug":"zeitpunkt-des-vorsteuerabzugs-bei-einem-sollbesteuerer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/zeitpunkt-des-vorsteuerabzugs-bei-einem-sollbesteuerer\/","title":{"rendered":"Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs bei einem Sollbesteuerer"},"content":{"rendered":"<p>In welcher Umsatzsteuervoranmeldung ist der Vorsteuerabzug durchzuf\u00fchren: in jenem Monat, in dem die Rechnung ausgestellt wurde oder in jenem, in dem die Rechnung beim Unternehmer eingegangen ist?<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich darf vom Unternehmer nur eine von einem anderen Unternehmer gesondert in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abgezogen werden. Weiters muss \u2013 mit Ausnahme von Anzahlungen \u2013 auch die Leistung bereits erbracht worden sein. Im Falle eines Istbesteuerers (also eines Unternehmers, der die eigene Umsatzsteuer bei Vereinnahmung des Entgelts schuldet) kann der Vorsteuerabzug erst mit Bezahlung der Eingangsrechnung geltend gemacht werden.<\/p>\n<p>Bei einem <strong>Sollbesteuerer, der die Umsatzsteuer bei Rechnungslegung abf\u00fchren muss<\/strong>, stellt sich die Frage, in welchem Zeitpunkt bzw. in welcher Umsatzsteuervoranmeldung er den Vorsteuerabzug aus einer Eingangsrechnung geltend machen kann. Diese Frage wird aus Sicht des Unionsrechts und der Judikatur anders beantwortet als von der Finanzverwaltung:<br \/>Aus unionsrechtlicher Sicht ist normiert, dass das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht, wenn auch der Anspruch auf die Umsatzsteuer entsteht, also wann umgekehrt die Umsatzsteuer geschuldet wird. Um das Recht auf Vorsteuerabzug in Bezug auf die Lieferungen von Gegenst\u00e4nden und das Erbringen von Dienstleistungen aus\u00fcben zu k\u00f6nnen, muss nach der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie der Steuerpflichtige im Besitz einer entsprechenden Rechnung sein.<\/p>\n<p>Laut den Umsatzsteuerrichtlinien der Finanzverwaltung hingegen ist der Zeitpunkt der Rechnungsausstellung und somit das <strong>Rechnungsdatum ma\u00dfgeblich<\/strong>. Langt eine im Veranlagungszeitraum ausgestellte Rechnung so versp\u00e4tet beim Leistungsempf\u00e4nger ein, dass er sie bei der Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Veranlagungszeitraum nicht mehr ber\u00fccksichtigen kann, ist es nicht zu beanstanden, nach Anmerkung des Datums des Einlangens auf der Rechnung den Vorsteuerabzug f\u00fcr den Veranlagungszeitraum des Einlangens zu ber\u00fccksichtigen. Eine R\u00fcckdatierung der Rechnung ist allerdings unwirksam; ein derartiges Datum gilt nicht als Zeitpunkt der Rechnungsausstellung.<\/p>\n<p>Aufgrund der unterschiedlichen Vorgaben von Seiten des Unionsrechts einerseits und der \u00f6sterreichischen Verwaltungspraxis andererseits <strong>haben Unternehmer in der Praxis ein Wahlrecht, den Vorsteuerabzug entweder im Monat des Rechnungsdatums oder im Monat des Einlangens der Rechnung geltend zu machen<\/strong>. <\/p>\n<p><strong>Tipp<\/strong>: Um Diskussionen mit dem \u00f6sterreichischen Finanzamt zu vermeiden, sollte allerdings bei Verbuchung der Rechnung im Voranmeldungszeitraum des Einlangens der Rechnung darauf geachtet werden, dass auf der Rechnung das versp\u00e4tete Einlangen durch einen entsprechenden Vermerk das Eingangsdatum dokumentiert wird, etwa mittels Eingangsstempel.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In welcher Umsatzsteuervoranmeldung ist der Vorsteuerabzug durchzuf\u00fchren: in jenem Monat, in dem 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