{"id":1331,"date":"2026-04-20T17:12:23","date_gmt":"2026-04-20T17:12:23","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/zwangsstrafe-bei-nichteinreichung-von-abgabenerklarungen\/"},"modified":"2026-04-20T17:12:23","modified_gmt":"2026-04-20T17:12:23","slug":"zwangsstrafe-bei-nichteinreichung-von-abgabenerklarungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/zwangsstrafe-bei-nichteinreichung-von-abgabenerklarungen\/","title":{"rendered":"Zwangsstrafe bei Nichteinreichung von Abgabenerkl\u00e4rungen"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesfinanzgericht (BFG) stellte k\u00fcrzlich klar, dass bei versp\u00e4teter oder nicht erfolgter Einreichung von Steuererkl\u00e4rungen das Finanzamt im eigenen Ermessen eine Zwangsstrafe verh\u00e4ngen kann.<\/p>\n<p>Ein Steuerpflichtiger erzielte Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit und wurde zun\u00e4chst von einem Steuerberater vertreten. Trotz mehrfacher Aufforderungen und Androhungen seitens des Finanzamts reichte er seine Steuererkl\u00e4rungen jedoch nicht rechtzeitig ein. <br \/>Das Finanzamt setzte daraufhin zun\u00e4chst eine Zwangsstrafe von \u20ac 300 fest und erh\u00f6hte diese nach weiteren Verz\u00f6gerungen auf \u20ac 2.000. Der Steuerpflichtige legte Beschwerde gegen die Zwangsstrafenbescheide ein und berief sich auf seine wirtschaftliche Lage und auf organisatorische Verz\u00f6gerungen in der Buchhaltung. Das Finanzamt reduzierte daraufhin zwar die Zwangsstrafe auf \u20ac 1.000, der Steuerpflichtige beantragte dennoch die Entscheidung \u00fcber die Beschwerde durch das Bundesfinanzgericht.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung des Bundesfinanzgerichts (BFG)<\/strong><\/p>\n<p>Das BFG best\u00e4tigte, dass Zwangsstrafen ein zul\u00e4ssiges Mittel der Finanzbeh\u00f6rden sind, um die fristgerechte Abgabe von Steuererkl\u00e4rungen durchzusetzen. Dabei handelt es sich nicht um eine Bestrafung der Nichterf\u00fcllung, sondern um ein <strong>Mittel zur Durchsetzung steuerlicher Pflichten<\/strong>. Der Steuerpflichtige soll dadurch zu der Erf\u00fcllung seiner abgabenrechtlichen Pflichten gelenkt werden. Unzul\u00e4ssig ist sie nur, wenn die Leistung unm\u00f6glich, unzumutbar oder bereits erbracht ist.<\/p>\n<p>Die Verh\u00e4ngung einer Zwangsstrafe liegt dem Grunde und der H\u00f6he nach im Ermessen der Beh\u00f6rde. Bei der Festsetzung von Zwangsstrafen ist vom Finanzamt im Rahmen seiner Ermessensentscheidung auf das bisherige Verhalten, auf den Grad des Verschuldens und die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse des Steuerpflichtigen zu achten.<br \/>Das BFG betonte, dass der Steuerpflichtige trotz mehrfacher Mahnungen <strong>keinen Kontakt mit dem Finanzamt<\/strong> aufnahm, um die Frist zu verl\u00e4ngern. Diese Sorglosigkeit war daher vom Finanzamt im Rahmen des Ermessens zu ber\u00fccksichtigen. Hinzu kommt, dass die Verantwortung f\u00fcr die fristgerechte Einreichung nicht auf Dritte, z.B. die Buchhalterin, \u00fcbertragen werden kann. Organisatorische Verz\u00f6gerungen entbinden den Steuerpflichtigen nicht von seiner Pflicht zur rechtzeitigen Abgabe der Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Zwangsstrafen sollen Steuerpflichtige zur Erf\u00fcllung ihrer abgabenrechtlichen Pflichten motivieren. Sie sind kein Instrument der Bestrafung, sondern ein <strong>Durchsetzungsmechanismus<\/strong>. Die H\u00f6he muss aber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein und es sind vom Finanzamt bei der Festsetzung wirtschaftliche Umst\u00e4nde des Steuerpflichtigen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesfinanzgericht (BFG) stellte k\u00fcrzlich klar, dass bei versp\u00e4teter oder nicht erfolgter Einreichung von Steuererkl\u00e4rungen das Finanzamt im eigenen Ermessen eine Zwangsstrafe verh\u00e4ngen kann.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-1331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1331"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1331\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}