{"id":1279,"date":"2025-09-22T11:32:08","date_gmt":"2025-09-22T11:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/ubernommene-schulden-als-grunderwerbsteuer-gegenleistung\/"},"modified":"2025-09-22T11:32:08","modified_gmt":"2025-09-22T11:32:08","slug":"ubernommene-schulden-als-grunderwerbsteuer-gegenleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/ubernommene-schulden-als-grunderwerbsteuer-gegenleistung\/","title":{"rendered":"\u00dcbernommene Schulden als Grunderwerbsteuer-Gegenleistung"},"content":{"rendered":"<p>Bei der \u00dcbertragung von Grundst\u00fccken wird die anfallende Grunderwerbsteuer vom Wert der Gegenleistung, mindestens jedoch vom Grundst\u00fcckswert berechnet. Auch \u00fcbernommene Schulden k\u00f6nnen Teil dieser Gegenleistung sein. Dies gilt auch f\u00fcr Schulden, bei welchen nur eine im Innenverh\u00e4ltnis wirkende Erf\u00fcllungs\u00fcbernahme vereinbart wurde.<\/p>\n<p>In einem Fall vor dem Bundesfinanzgericht (BFG) \u00fcbertrugen zwei GmbHs Anteile an einem Grundst\u00fcck auf eine Kommanditgesellschaft. In den Sacheinlagevertr\u00e4gen wurde festgehalten, dass die Kommanditgesellschaft <strong>die Verbindlichkeiten der einbringenden GmbHs \u00fcbernimmt<\/strong>, die den im Grundbuch eingetragenen Pfandrechten zugrunde liegen. Abweichend von den eingereichten Abgabenerkl\u00e4rungen setzte das Finanzamt die Grunderwerbsteuer nicht vom Grundst\u00fcckswert des erworbenen Grundst\u00fccks, sondern von den \u00fcbernommenen Verbindlichkeiten fest. Im Rechtsmittelverfahren best\u00e4tigte das BFG die Auffassung des Finanzamts. Da kein Betrieb bzw. Kapital- oder Mitunternehmeranteil eingebracht, sondern nur ein Grundst\u00fcck \u00fcbertragen wurde, sei das Umgr\u00fcndungssteuergesetz nicht anwendbar und w\u00fcrden die diesbez\u00fcglichen grunderwerbsteuerlichen Beg\u00fcnstigungen nicht greifen. Die \u00fcbernommenen Schulden seien als Gegenleistung anzusehen.<\/p>\n<p><strong>Schulden\u00fcbernahme im Innenverh\u00e4ltnis als Teil der Gegenleistung<\/strong><\/p>\n<p>Gegen die Entscheidungen des BFG erhob die Kommanditgesellschaft Revision beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH). Die Steuerpflichtige argumentierte, dass die \u00fcbernommenen Verbindlichkeiten nicht in die Bemessungsgrundlage miteinzubeziehen seien. Nach der bisherigen Rechtsprechung des VwGH w\u00fcrden nur solche Schulden zur Gegenleistung geh\u00f6ren, die das Verm\u00f6gen des Verk\u00e4ufers zu dessen Vorteil beeinflussen. Die \u00fcbertragenden Gesellschaften seien jedoch aufgrund des Fehlens einer Haftungsbefreiung nicht entlastet worden und im jeweiligen Umfang ihrer Beteiligung an der Revisionswerberin weiterhin Tr\u00e4gerinnen ihrer jeweiligen Schulden. Zudem stehe die Entscheidung des BFG der bisherigen Rechtsprechung entgegen, wonach eine als Gegenleistung anzusehende Schuld\u00fcbernahme nur dann vorliege, wenn es sich um eine privative (befreiende) Schuld\u00fcbernahme handle oder wenn sich der Erwerber verpflichte, den Ver\u00e4u\u00dferer schad- und klaglos zu halten. <\/p>\n<p>Der VwGH hielt die Revision allerdings nicht f\u00fcr zul\u00e4ssig, da unter einer Gegenleistung im Sinne des Grunderwerbsteuergesetzes <strong>jede geldwerte entgeltliche Leistung<\/strong> zu verstehen ist, die f\u00fcr den Erwerb zu zahlen oder zu entrichten ist. Pfandrechtlich auf dem erworbenen Grundst\u00fcck sichergestellte Forderungen werden in die Gegenleistung einbezogen, wenn sich der Erwerber der Liegenschaft vertraglich verpflichtet hat, den bisherigen Eigent\u00fcmer bez\u00fcglich der hypothekarisch sichergestellten Verpflichtungen schad- und klaglos zu halten, wobei das zwischen den Vertragsteilen bestehende Innenverh\u00e4ltnis ma\u00dfgebend ist. Entgegen der Rechtsansicht der Beschwerdef\u00fchrerin <strong>sind auch Schuld\u00fcbernahmen im Innenverh\u00e4ltnis, ohne Haftungsbefreiung, als Gegenleistung gem\u00e4\u00df Grunderwerbsteuergesetz zu ber\u00fccksichtigen<\/strong>. <\/p>\n<p><strong>Tipp<\/strong><br \/>Werden Schulden\u00fcbernahmen bei Grundst\u00fccks\u00fcbertragungen vereinbart, kann dies die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer erh\u00f6hen. Grunds\u00e4tzlich empfehlen wir daher vor Grundst\u00fccks\u00fcbertragungen ein Beratungsgespr\u00e4ch mit steuerlichen Experten, um Unklarheiten zu vermeiden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der \u00dcbertragung von Grundst\u00fccken wird die anfallende Grunderwerbsteuer vom Wert der Gegenleistung, mindestens jedoch vom Grundst\u00fcckswert berechnet. Auch \u00fcbernommene Schulden k\u00f6nnen Teil dieser Gegenleistung sein. 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