{"id":1225,"date":"2025-03-19T20:33:15","date_gmt":"2025-03-19T20:33:15","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/liebhaberei-bei-vorzeitig-beendeter-vermietung\/"},"modified":"2025-03-19T20:33:15","modified_gmt":"2025-03-19T20:33:15","slug":"liebhaberei-bei-vorzeitig-beendeter-vermietung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/liebhaberei-bei-vorzeitig-beendeter-vermietung\/","title":{"rendered":"Liebhaberei bei vorzeitig beendeter Vermietung"},"content":{"rendered":"<p>Bei vorzeitig beendeter Vermietung liegt keine Liebhaberei vor, wenn der Steuerpflichtige nachweisen kann, dass sich die Beendigung erst nachtr\u00e4glich ergeben hat.<\/p>\n<p>Von Liebhaberei spricht man, wenn eine Vermietungst\u00e4tigkeit von vornherein keinen Gesamt\u00fcberschuss erwarten l\u00e4sst. Als steuerliche Folgen dieser Liebhabereivermutung d\u00fcrfen Verluste aus der Vermietung weder mit anderen Eink\u00fcnften ausgeglichen noch in Folgejahre vorgetragen werden. Andererseits sind ausnahmsweise entstandene Gewinne nicht steuerpflichtig.<br \/>Bei einer vorzeitig beendeten Vermietung liegt jedoch dann keine Liebhaberei vor, wenn der Steuerpflichtige nachweisen kann, dass die <strong>Beendigung nicht von Anfang an geplant<\/strong> war, sondern sich erst nachtr\u00e4glich ergeben hat.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ein beschr\u00e4nkt Steuerpflichtiger wollte Eink\u00fcnfte aus einer Vermietung geltend machen. Das Finanzamt stufte die T\u00e4tigkeit jedoch als Liebhaberei ein, da der Steuerpflichtige die Vermietung bereits nach wenigen Jahren aufgab, wobei der Nachweis, dass die vorzeitige Beendigung nicht von Beginn an geplant war, fehlte.<br \/>Der Steuerpflichtige argumentierte, dass er im Falle einer von vornherein festgelegten \u00dcbertragung der Liegenschaft keine Darlehen von etwa \u20ac 1 Mio. zur Sanierung der Wohnungen aufgenommen h\u00e4tte. Das Finanzamt wies die Beschwerde des Steuerpflichtigen ab, da die Prognoserechnung \u00e4u\u00dferst unrealistisch und mangelhaft gewesen sei.<br \/>Das Bundesfinanzgericht (BFG) best\u00e4tigte diese Entscheidung des Finanzamts, st\u00fctzte sich jedoch auch auf die Tatsache, dass der Steuerpflichtige die Vermietung aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden beendete, was laut BFG auf eine urspr\u00fcnglich begrenzte Vermietungsabsicht hindeutete.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH)<\/strong><\/p>\n<p>Der VwGH widersprach dieser Sichtweise und hob das Erkenntnis des BFG auf. In F\u00e4llen der vorzeitigen Beendigung einer T\u00e4tigkeit kann Liebhaberei auch dann zu verneinen sein, wenn keine Unw\u00e4gbarkeit vorliegt. Vielmehr m\u00fcsste der Steuerpflichtige nachweisen, dass die Beendigung nicht von vornherein geplant war, sondern sich erst sp\u00e4ter ergab.<br \/>Im konkreten Fall lagen der Annahme des BFG, dass der Steuerpflichtige von vornherein nur eine begrenzte Vermietungsdauer geplant habe, allerdings keine ausreichenden Sachverhaltsdarstellungen zugrunde. In diesem Zusammenhang hob der VwGH die Tatsache hervor, dass der Steuerpflichtige Kredite aufgenommen hatte, um die Liegenschaften zu sanieren, was darauf schlie\u00dfen lie\u00df, dass er langfristig mit der Vermietung Einnahmen erzielen wollte. Zudem wurde im zw\u00f6lften Jahr der Vermietung ein Gesamt\u00fcberschuss erzielt, was die Profitabilit\u00e4t der Vermietung weiter untermauerte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Die Entscheidung zeigt, dass auch bei einer vorzeitigen Beendigung einer Vermietung nicht automatisch steuerliche Liebhaberei vorliegen muss. Vielmehr <strong>sind die genauen Umst\u00e4nde der Beendigung sowie die urspr\u00fcngliche Absicht des Steuerpflichtigen zu ber\u00fccksichtigen<\/strong>. Der Steuerpflichtige muss nachweisen, dass er nicht von vornherein nur einen kurzen Zeitraum f\u00fcr die Vermietung geplant hatte. Gelingt dieser Nachweis, sind die Verluste aus der Vermietung steuerlich anzuerkennen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei vorzeitig beendeter Vermietung liegt keine Liebhaberei vor, wenn der Steuerpflichtige nachweisen kann, dass sich die Beendigung erst nachtr\u00e4glich ergeben hat.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-1225","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1225"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1225\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}