{"id":1203,"date":"2025-01-21T06:14:27","date_gmt":"2025-01-21T06:14:27","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/stock-options-von-dritter-seite-sind-arbeitslohn\/"},"modified":"2025-01-21T06:14:27","modified_gmt":"2025-01-21T06:14:27","slug":"stock-options-von-dritter-seite-sind-arbeitslohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/stock-options-von-dritter-seite-sind-arbeitslohn\/","title":{"rendered":"Stock-Options von dritter Seite sind Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p>Die bisherige Rechtsprechung, wonach nur Zahlungen des Arbeitgebers selbst der Steuerpflicht unterliegen, ist obsolet. Der Arbeitgeber hat auch f\u00fcr von dritter Seite gew\u00e4hrte Stock-Options die Lohnnebenkosten abzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Bei der Gew\u00e4hrung von sogenannten Stock-Options durch den Arbeitgeber als Form der Entlohnung wird Mitarbeitern das Recht einger\u00e4umt, Aktien des Arbeitgebers zu einem vorher bestimmten Preis innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Werden solche Stock-Options von einer dritten Partei, wie etwa der Konzernmutter, veranlasst und gew\u00e4hrt, <strong>gelten diese Aktien als Arbeitslohn, wenn sie im Zusammenhang mit dem Dienstverh\u00e4ltnis stehen<\/strong>. Aufgrund dieser Entscheidung hat der direkte Arbeitgeber auch f\u00fcr von dritter Seite gew\u00e4hrte Stock-Options die Lohnnebenkosten abzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Eine deutsche Konzernmutter gew\u00e4hrte ihrer \u00f6sterreichischen Tochtergesellschaft Stock-Options f\u00fcr deren Mitarbeiter. Aufgrund einer Au\u00dfenpr\u00fcfung stellte der Pr\u00fcfer fest, dass die durch die Aus\u00fcbung der Stock-Options entstandenen Erl\u00f6se als Arbeitslohn zu betrachten sind, welcher der <strong>Bemessungsgrundlage f\u00fcr den Dienstgeberbeitrag und den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag zuzurechnen<\/strong> ist. Das Finanzamt erlie\u00df Bescheide f\u00fcr die betroffenen Jahre, woraufhin die \u00f6sterreichische GmbH Beschwerde erhob. Das Bundesfinanzgericht (BFG) gab der Beschwerde statt, jedoch erhob das Finanzamt daraufhin eine Amtsrevision beim Verwaltungsgerichtshof.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung des VwGH<\/strong><\/p>\n<p>Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) stellte in seiner Entscheidung fest, dass Arbeitgeber auch f\u00fcr Verg\u00fctungen an ihre Dienstnehmer verantwortlich sind, die nicht direkt von ihnen, sondern von Dritten gew\u00e4hrt werden, wenn diese Verg\u00fctungen im Zusammenhang mit dem Dienstverh\u00e4ltnis stehen und der Arbeitgeber davon Kenntnis hat oder haben muss. Die <strong>Verg\u00fctungen, die die Mitarbeiter bei der Aus\u00fcbung der Optionen erhielten, wurden demnach als Arbeitslohn behandelt und unterlagen der Lohnsteuerpflicht<\/strong>. Die Verpflichtung zur Abfuhr des Dienstgeberbeitrags und des Zuschlags liegt somit beim Arbeitgeber \u2013 auch wenn die Stock-Options von einem Dritten gew\u00e4hrt werden. <\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>Unternehmen m\u00fcssen nun darauf eingestellt sein auch dann Dienstgeberbeitr\u00e4ge und Zuschl\u00e4ge zu entrichten, wenn Stock-Options von einer dritten Partei, wie einer ausl\u00e4ndischen Konzernmutter, gew\u00e4hrt werden. Insbesondere dann wenn der Arbeitgeber von den Optionen Kenntnis hat. Die bisherige Rechtsprechung, wonach nur Zahlungen des Arbeitgebers selbst der Steuerpflicht unterliegen, ist obsolet, sodass die Verantwortung f\u00fcr die Abfuhr der entsprechenden Abgaben auf den Arbeitgeber \u00fcbertragen wurde. Au\u00dferdem ist die im vorliegenden Fall gekl\u00e4rte Rechtslage auch auf die Kommunalsteuer (KommSt) anwendbar.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bisherige Rechtsprechung, wonach nur Zahlungen des Arbeitgebers selbst der Steuerpflicht unterliegen, ist obsolet. 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