{"id":1137,"date":"2024-05-18T10:07:19","date_gmt":"2024-05-18T10:07:19","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/vergutungen-fur-diensterfindungen\/"},"modified":"2024-05-18T10:07:19","modified_gmt":"2024-05-18T10:07:19","slug":"vergutungen-fur-diensterfindungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/vergutungen-fur-diensterfindungen\/","title":{"rendered":"Verg\u00fctungen f\u00fcr Diensterfindungen"},"content":{"rendered":"<p>Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hatte j\u00fcngst \u00fcber die beg\u00fcnstigte Besteuerung von Verg\u00fctungen f\u00fcr Diensterfindungen zu entscheiden. Es wurde beurteilt, ob eine gewinnabh\u00e4ngige Erfolgspr\u00e4mie teilweise dem H\u00e4lftesteuersatz unterliegt.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Verfahrens war eine GmbH, in welcher der Revisionswerber als Prokurist und sp\u00e4ter als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer t\u00e4tig war. Gemeinsam mit anderen Mitarbeitern schuf der Betroffene eine Diensterfindung, f\u00fcr die 1998 ein Patent angemeldet und 2004 die Patentschrift erteilt wurde. 2018 endete der Patentschutz. <\/p>\n<p>Im strittigen Zeitraum 2016 bis 2018 hatte der Betroffene auf Basis des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrervertrags eine gewinnabh\u00e4ngige <strong>Erfolgspr\u00e4mie in der H\u00f6he von 7%<\/strong> erhalten, die teilweise auf die Diensterfindung zur\u00fcckzuf\u00fchren war. F\u00fcr diese Erfolgspr\u00e4mie machte er die Anwendung des H\u00e4lftesteuersatzes geltend. Das Finanzamt versagte jedoch die Anwendung des H\u00e4lftesteuersatzes, da nach Ansicht des Finanzamts die <strong>gew\u00e4hrte Erfolgspr\u00e4mie kein gesondertes Entgelt zur Abgeltung der Diensterfindung<\/strong> darstellte. Es sei keine besondere Verg\u00fctung f\u00fcr eine Diensterfindung vereinbart, sondern eine Erfolgspr\u00e4mie von 7% festgelegt worden, die dem Steuerpflichtigen unabh\u00e4ngig von einer allf\u00e4lligen Diensterfindung zugestanden sei.<br \/>Das Bundesfinanzgericht (BFG) folgte der Auffassung des Finanzamts, sodass letztlich der VwGH \u00fcber den Sachverhalt zu entscheiden hatte.<\/p>\n<p><strong>Beg\u00fcnstigung steht nur dem Erfinder zu<\/strong><\/p>\n<p>Sind im Einkommen Eink\u00fcnfte aus der Verwertung patentrechtlich gesch\u00fctzter Erfindungen durch andere Personen enthalten, so erm\u00e4\u00dfigt sich der Steuersatz f\u00fcr diese Eink\u00fcnfte auf die H\u00e4lfte des auf das gesamte Einkommen entfallenden Durchschnittssteuersatzes. Diese Beg\u00fcnstigung steht nur dem Erfinder selbst zu. Der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz steht auch nur f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume zu, f\u00fcr die der Patentschutz aufrecht ist. <br \/>Im gegenst\u00e4ndlichen Fall ist f\u00fcr die Anwendbarkeit des H\u00e4lftesteuersatzes entscheidend, ob bzw. inwieweit in den Eink\u00fcnften des Betroffenen Eink\u00fcnfte aus der Verwertung patentrechtlich gesch\u00fctzter Erfindungen enthalten sind. Grunds\u00e4tzlich erfordern Eink\u00fcnfte aus der Verwertung patentrechtlich gesch\u00fctzter Erfindungen einen Kausalzusammenhang zwischen der Erfindung und dem Verm\u00f6genszuwachs in der Form, dass die Eink\u00fcnfte als Gegenleistung f\u00fcr die Einr\u00e4umung der Verwertungsm\u00f6glichkeit anzusehen sind.<\/p>\n<p><strong>Begleitrechnung ist anzustellen<\/strong><\/p>\n<p>Der VwGH vertrat im konkreten Fall die Ansicht, dass auch eine Verg\u00fctung f\u00fcr Diensterfindungen in Form einer Gewinnbeteiligung, deren H\u00f6he erfolgsabh\u00e4ngig gedeckelt und durch die eine Belastung des Dienstgebers aus dem Verg\u00fctungsanspruch in Verlustjahren ausgeschlossen wird, m\u00f6glich ist. Ist die Diensterfindungspr\u00e4mie Teil einer allgemeinen Erfolgspr\u00e4mie, die sich nicht an der konkreten Verwertung der Diensterfindung orientiert, dann muss f\u00fcr die Anwendung der Halbsatzbeg\u00fcnstigung eine Begleitrechnung angestellt werden, inwieweit die Erfolgspr\u00e4mie im jeweiligen Veranlagungsjahr der Diensterfindung zuzurechnen ist. In diesem Ausma\u00df ist von einem Kausalzusammenhang zwischen der Erfindung und der Pr\u00e4mie auszugehen.<br \/>Da eine solche Begleitrechnung im gegenst\u00e4ndlichen Fall vorlag, konnte f\u00fcr den kausalen Teil der Erfolgspr\u00e4mie die Halbsatzbeg\u00fcnstigung in Anspruch genommen werden. <\/p>\n<p><strong>Hinweis<br \/><\/strong>Sollten Sie in Ihrem Arbeitsumfeld mit Diensterfindungen in Ber\u00fchrung kommen, empfehlen wir eine fr\u00fchzeitige Planung und umfassende Beratung, da bei der Ausgestaltung von Arbeitsvertr\u00e4gen neben arbeitsrechtlichen Fragestellungen immer auch steuerrechtliche Probleme zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hatte j\u00fcngst \u00fcber die beg\u00fcnstigte Besteuerung von Verg\u00fctungen f\u00fcr Diensterfindungen zu entscheiden. 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