{"id":1134,"date":"2024-05-18T10:07:19","date_gmt":"2024-05-18T10:07:19","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/auslandischen-quellensteuern-bei-steuerfreien-beteiligungsertragen\/"},"modified":"2024-05-18T10:07:19","modified_gmt":"2024-05-18T10:07:19","slug":"auslandischen-quellensteuern-bei-steuerfreien-beteiligungsertragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/auslandischen-quellensteuern-bei-steuerfreien-beteiligungsertragen\/","title":{"rendered":"Ausl\u00e4ndischen Quellensteuern bei steuerfreien Beteiligungsertr\u00e4gen"},"content":{"rendered":"<p>Eine Entscheidung des Bundesfinanzgerichtes zeigt erneut, dass durch Doppelbesteuerungsabkommen zwar die juristische Doppelbesteuerung (selbes Einkommen bei selber Person), nicht aber die wirtschaftliche Doppelbesteuerung (selbes Einkommen bei anderer Person) vermieden wird.<\/p>\n<p>Ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) regelt, welcher von zwei Staaten sein innerstaatliches Steuerrecht anwenden darf, also letzten Endes die Eink\u00fcnfte einer Person besteuern darf und welcher Staat ganz oder teilweise auf seine Besteuerung verzichten muss. Ziel ist eine Einmalbesteuerung von Eink\u00fcnften.<br \/>Das Bundesfinanzgericht (BFG) hatte in einem Fall zu entscheiden, ob eine Anrechnung von ausl\u00e4ndischen Quellensteuern auf die Zwischen- bzw. K\u00f6rperschaftsteuer einer Privatstiftung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im gegenst\u00e4ndlichen Fall erzielte die Beschwerdef\u00fchrerin, eine \u00f6sterreichische Privatstiftung, Eink\u00fcnfte aus ausl\u00e4ndischen Beteiligungen. F\u00fcr diese wurden im Einklang mit dem jeweils anwendbaren DBA Quellensteuer einbehalten, wobei das DBA zur Vermeidung einer doppelten Steuerlast die Anrechnungsmethode vorsah. Aufgrund der Anrechnungsmethode kann eine solche Quellensteuer auf die nationale K\u00f6rperschaftsteuerschuld angerechnet werden. Eine Anrechnung ist jedoch nur in H\u00f6he der auf die ausl\u00e4ndischen Eink\u00fcnfte entfallenden \u00f6sterreichischen Steuer m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im gegenst\u00e4ndlichen Fall waren die Beteiligungsertr\u00e4ge nach \u00f6sterreichischem Recht allerdings steuerbefreit. Der Anrechnungsh\u00f6chstbetrag wurde vom Finanzamt daher mit \u20ac 0,00 festgesetzt. Die Privatstiftung erhob gegen den Bescheid des Finanzamts Beschwerde an das BFG und begehrte die Anrechnung der Quellensteuer auf die K\u00f6rperschaftsteuer (Zwischensteuer) bzw. die Anrechnung auf eine sp\u00e4ter anfallende Kapitalertragsteuer auf Ebene der Beg\u00fcnstigten der Privatstiftung.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung des BFG<\/strong><\/p>\n<p>Das BFG bejahte mit Hinweis auf die einschl\u00e4gige VwGH-Rechtsprechung zun\u00e4chst die theoretische M\u00f6glichkeit der Anrechnung einer Quellensteuer auf die Zwischensteuer einer Privatstiftung. K\u00f6nnen aber get\u00e4tigte Zuwendungen von der Zwischensteuer abgezogen werden und f\u00fchrt dies zum Entfall der Zwischenbesteuerung, sei die Anrechnung von ausl\u00e4ndischen Quellensteuern laut dem VwGH nicht mehr m\u00f6glich. Dasselbe m\u00fcsse \u2013 so das BFG \u2013 bei der Erzielung steuerbefreiter Eink\u00fcnfte gelten.<\/p>\n<p>Auch das Unionsrecht stehe der Entscheidung nicht entgegen, da der Europ\u00e4ische Gerichtshof in vergleichbaren F\u00e4llen bereits erkannt hatte, dass kein Versto\u00df gegen Unionsrecht vorliege. Die Frage nach einer m\u00f6glichen Anrechnung auf eine sp\u00e4tere Kapitalertragsteuerlast sah das BFG nicht als entscheidungserheblich an. Diese Frage sei nicht im K\u00f6rperschaftsteuerverfahren der Privatstiftung, sondern vielmehr im Einkommensteuerverfahren der jeweiligen Beg\u00fcnstigten zu kl\u00e4ren. Nichtsdestotrotz merkte das BFG an, dass eine solche Anrechnung (anders als bei der K\u00f6rperschaftsteuer) gesetzlich gar nicht vorgesehen sei.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Entscheidung des Bundesfinanzgerichtes zeigt erneut, dass durch Doppelbesteuerungsabkommen zwar die juristische Doppelbesteuerung (selbes Einkommen bei selber Person), nicht aber die wirtschaftliche Doppelbesteuerung (selbes Einkommen bei anderer Person) vermieden wird.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-1134","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1134","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1134"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1134\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frc.co.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}