{"id":1087,"date":"2023-11-16T15:24:36","date_gmt":"2023-11-16T15:24:36","guid":{"rendered":"https:\/\/frc.co.at\/zurechnung-von-einkunften-bei-zuwendungsfruchtgenuss\/"},"modified":"2023-11-16T15:24:36","modified_gmt":"2023-11-16T15:24:36","slug":"zurechnung-von-einkunften-bei-zuwendungsfruchtgenuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frc.co.at\/en\/zurechnung-von-einkunften-bei-zuwendungsfruchtgenuss\/","title":{"rendered":"Zurechnung von Eink\u00fcnften bei Zuwendungsfruchtgenuss"},"content":{"rendered":"<p>Wird beim Zuwendungsfruchtgenuss die Immobilie vor Einr\u00e4umen des Fruchtgenusses unbefristet vermietet, sind die Mieteink\u00fcnfte beim Eigent\u00fcmer zu besteuern. Wird die Immobilie erst danach \u2013 auf Risiko und Initiative des Fruchtgenussberechtigten \u2013 vermietet, sind die Eink\u00fcnfte diesem zuzurechnen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig wird innerhalb der Familie ein Fruchtgenussrecht an Liegenschaften einger\u00e4umt. Das zivilrechtliche Eigentum der Liegenschaft verbleibt dabei in der Regel beim Eigent\u00fcmer, der Inhaber des Fruchtgenussrechts darf die Sache aber ohne Einschr\u00e4nkung benutzen oder vermieten.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im gegenst\u00e4ndlichen Fall wurde bereits im Jahre 1996 ein Bestandvertrag zwischen dem Eigent\u00fcmer und einer Supermarktkette abgeschlossen. Im Jahr 2013 r\u00e4umte der Eigent\u00fcmer der Liegenschaft seinem Sohn ein &#8211; auf zehn Jahre befristetes &#8211; Fruchtgenussrecht an der Liegenschaft ein. Im Gegenzug hatte der Sohn dem Vater \u201edie H\u00e4lfte der naturalen und zivilen Fr\u00fcchte\u201c abzuf\u00fchren.<br \/>Im Jahr 2015 trat der Sohn auf Initiative der Handelskette wegen eines beabsichtigten Umbaus in Vertragsverhandlungen mit der Bestandnehmerin ein. Als Ergebnis dieser Verhandlungen wurde ein 2. Nachtrag zum Bestandvertrag vereinbart. Der 2. Nachtrag zum Bestandvertrag wurde vom Sohn als Fruchtgenussberechtigten sowie dem Vater als Eigent\u00fcmer unterzeichnet.<br \/>Ebenfalls im Jahr 2015 reichte der Fruchtgenussberechtigte eine Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Jahr 2013 ein. Der Sohn erkl\u00e4rte darin Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung in H\u00f6he von ca. \u20ac 15.000. Da er weitere Eink\u00fcnfte irrt\u00fcmlich nicht gemeldet hatte, erhob der Steuerpflichtige gegen den daraufhin erlassenen Bescheid Beschwerde. Der Beschwerde wurde stattgegeben, jedoch schied die Abgabenbeh\u00f6rde gleichzeitig die Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung aus, da die Mieteink\u00fcnfte lediglich dem Eigent\u00fcmer zuzurechnen seien.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung des Bundesfinanzgerichts (BFG)<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem durch den Sohn vorgebrachten Vorlageantrag besch\u00e4ftigte sich das BFG mit dem Sachverhalt. Dieses teilte die Auffassung des Finanzamts. <strong>Lediglich dem Fruchtgenussbesteller \u2013 also dem Vater \u2013 seien die Eink\u00fcnfte zuzurechnen<\/strong>. Das Zurechnungssubjekt der Eink\u00fcnfte muss die Einkunftserzielung nach eigenem Daf\u00fcrhalten gestalten k\u00f6nnen und das Unternehmerrisiko tragen. Der Sohn habe hingegen lediglich den unk\u00fcndbaren Mietvertrag aufrechterhalten, was keine f\u00fcr die Eink\u00fcnftezurechnung ausreichende unternehmerische Initiative darstelle. Rechnungslegung und die Berechnung der Wertanpassung reichen nicht dazu aus, eine solche zu begr\u00fcnden. Auch die Teilnahme des Sohns an den Vertragsverhandlungen geht nicht \u00fcber das hinaus, was jeder Bestandgeber im Hinblick auf die Fortf\u00fchrung eines Bestandverh\u00e4ltnisses leisten w\u00fcrde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird beim Zuwendungsfruchtgenuss die Immobilie vor Einr\u00e4umen des Fruchtgenusses unbefristet vermietet, sind die Mieteink\u00fcnfte beim Eigent\u00fcmer zu besteuern. 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